Bundesweiter Aktionstag gegen den Paragraf 219a! Kundgebung in Karlsruhe Ludwigsplatz, Samstag 26.01.2019 um 13 Uhr

21. Januar 2019  Allgemein, Karlsruhe

Ein Schwangerschaftsabbruch ist bis heute in Deutschland nach §218 für alle Beteiligten verboten und nur straffrei bei Einhaltung vorgeschriebener Pflichtberatung und Wartezeit. Seit einiger Zeit versuchen Konservative, rechte Gruppierungen, selbst ernannte Lebensschützer und andere die Stimmung im Land bezüglich Schwangerschaftsabbrüchen zu Lasten der Frauen zu verschlechtern. Ärzte und Ärztinnen, die Schwangerschaftsabbrüche durchführen, werden verunsichert, eingeschüchtert, bedroht, als Mörderinnen bezeichnet – vom Papst sogar als Auftragsmörder. Ärzt*innen wurden mehrfach angezeigt. Die Ärztin K. Hänel wurde schon zu 6.000 Euro Strafe verurteilt, da sie auf ihrer Homepage darüber informiert hat, dass sie Schwangerschaftsabbrüche durchführt.
Gesetzlicher Hebel für die Anzeigen ist der §219a (ein Gesetz aus der Nazizeit), der Werbung für einen Schwangerschaftsabbruch verbietet. Damit ist aber schon die sachliche Information auf der Homepage einer Arztpraxis gemeint.  Dadurch wird Frauen das Recht abgesprochen, sich einen Arzt zu suchen, von dem sie über seine Website erfahren kann, dass er diesen Eingriff vornimmt und Routine hat. Sowie das Recht, sich qualifiziert informieren zu lassen.
Bundesweite Proteste von Frauen haben bewirkt, dass es mehrere Gesetzesvorlagen für eine komplette Streichung des §219a gegeben hatte. Jetzt hat die Bundesregierung als sogenannten Kompromiss ein Eckpunktepapier vorgelegt, das die Beibehaltung des §219a vorsieht mit lediglich noch zu verhandelnden Ergänzungen, wie etwa die Forderung einer Studie über seelische Folgen von Schwangerschaftsabbrüchen. Das ist ein Skandal!

Deshalb: WEG MIT DEM §219a! Sofort und ohne Kompromisse!

Für das Menschenrecht auf körperliche Selbstbestimmung.
Für das Recht von Frauen über Familiengründung selbst zu entscheiden.
Für umfassende Information ohne Hürden.
Für ungehinderten Zugang zu einer professionellen, sicheren Durchführung eines Schwangerschaftsabbruchs in zumutbarer Entfernung.
Für ein verpflichtendes Modul in der Ausbildung von MedizinerInnen zu schonenden Methoden des Schwangerschaftsabbruchs – insbesondere in der Gynäkologie.