Demokratie und Teilhabe – Arme Menschen werden in Karlsruhe immer mehr abgehängt

04. August 2017  Allgemein, Gemeinderat, Karlsruhe

Es scheint unglaublich. Die Stadt Karlsruhe erhebt Daten über Daten, hat aber anscheinend keine Informationen über die Bildungschancen der Kinder, die Leistungen aus Hartz IV beziehen, oder über die Wohnungsnot von Alleinerziehenden. Der Stadtrat Niko Fostiropoulos bezieht dazu Stellung:

Rund 13 Prozent aller Kinder in Karlsruhe unter 15 Jahren beziehen Hartz-IV-Leistungen. Hart-IV ist Armut. Wir haben bei der Stadt nach den Bildungskarrieren dieser Kinder gefragt. Dazu hat die Stadt keine auswertbaren Daten, was uns nicht wirklich überrascht hat. In einer weiteren Anfrage wollten wir näheres über die Wohnsituation von Alleinerziehenden wissen. Die Stadt weiß, dass die Wohnsituation auf dem in Karlsruhe leergefegten Wohnungsmarkt für Alleinerziehende besonders schwierig ist. Genaueres weiß sie nicht. Auch das hat uns irgendwie nicht überrascht. Der neoliberale Zeitgeist erlaubt sich derzeit einen Teil der Bevölkerung sozial einfach abzuhängen. Bürger/innen schätzen die Demokratie, wenn die Demokratie die Bürger/innen wertschätzt. Was heißt, dass Allen gesellschaftliche Teilhabe ermöglicht wird, auch Alleinerziehenden und Kindern in Hartz-IV. Dazu fehlen der Stadt, so deuten wir ihre Antworten, wichtige Informationen.

Niko Fostiropoulos
Stadtrat Die Linke

aus: Stadtzeitung 04.08.17 – Stimmen aus dem Gemeinderat