Die S2-Verlängerung muss wieder auf den Tisch! DIE LINKE in den Kreistagen Rastatt und Karlsruhe für zügigen Ausbau des regionalen Schiennetzes

11. Februar 2020  Allgemein, DIE LINKE im Kreistag

Gemeinsame Erklärung der LINKEN-Kreisräte Arne Bachmann, Martin Behr (Kreis Karlsruhe) und Dieter Balle (Kreis Rastatt):

Vor rund 20 Jahren scheiterte die Verlängerung der S-Bahnstrecke Karlsruhe – Rheinstetten (S2) nach Durmersheim am Durmersheimer Gemeinderat, wo vor allem die damalige Mehrheitsfraktion CDU das Projekt ablehnte.
Heute, wo selbst die Konservativen die Zeichen der Zeit und damit die Notwendigkeit einer Verkehrswende nicht mehr ignorieren können, muss die bislang verpasste Chance endlich genutzt werden und die Lücke im Schienennetz zwischen dem Karlsruher Westen und der Rheintalbahn endlich geschlossen werden. Das Reststück zwischen der Haltestelle Rheinstetten-Mörsch Merkurstraße und dem Durmersheimer Bahnhof ist nicht einmal drei km lang und und benötigt auf ebener Strecke entlang der alten B36 Strecke keine aufwendigen Umbaumaßnahmen, sodass sie recht zügig realisiert werden kann. Zudem verfügt die Gemeinde Durmersheim über den Zugriff auf die betroffenen Trassengrundstücke.
Mit der ausgebauten S2 könnte nicht nur der Verkehr auf der alten B 36 nach und von Durmersheim spürbar entlastet werden. Durmersheim und Rheinstetten können wesentlich besser als bisher verkehrsmäßig umweltfreundlich vernetzt werden, was spürbare positive Effekte im Schülerverkehr, aber auch etwa die ärztliche Versorgung oder den Besuch des Durmersheimer Freibades betreffend, mit sich bringen würde.
Ein darauf ausgerichtetes getaktetes Bus- bzw. Shuttle-Angebot, das die umliegenden Gemeinden wie Würmersheim, Au a.Rh. und Elchesheim-Illingen einbezieht , wird die Attraktivität der neuen Schienenverbindung noch erhöhen.
Was die Finanzierung angeht, ist angesichts drastischer Mittelerhöhungen u.a. im Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz im Gefolge des Klimaschutzgesetzes in den nächsten Jahren mit einer hohen Förderquote zu rechnen, die eine Restfinanzierung durch Durmersheim problemlos möglich machen würde.
Über den S2-Ausbau hinaus muss die Deutsche Bahn über das im Bundesverkehrswegeplan verankerte 3. Gleis zwischen Karlsruhe-Hbf und 3. Gleis zwischen Karlsruhe-Hbf und Rheinstetten-Forchheim Basheide hinaus auch ein 4. Gleis realisieren, damit der Schienen-Regionalverkehr in Mittelbaden nach der Inbetriebnahme der Schnellbahntrasse und des Rastatter Tunnels nicht ins Hintertreffen gerät. Bisher sind jedoch diesbezüglich keinerlei Umsetzungsaktivitäten seitens der DB zu verzeichnen, auch nicht für ein 3. Gleis, während an der Schnellbahntrasse zügig gebaut wird.