Ein schlanker Öffentlicher Dienst ist nur was für die Reichen – Lohnerhöhung, mehr Personal und bessere Arbeitsbedingungen müssen her!

20. Oktober 2020  Allgemein

Mit einer Menschenkette durch die Karlsruher Innenstadt demonstrieren weit über 1.000 Beschäftigte aus allen Bereichen des Öffentlichen Dienstes ihre Entschlossenheit in diesem Tarifkonflikt. Auf der Kundgebung sprachen der ver.di-Landesleiter Martin Gross, der Karlsruher MdB Michel Brandt und Christina Zacharias vom Bündnis Krankenhaus statt Fabrik und Landtagskandidatin der LINKEN.

Christina Zacharias, die mit vielen Kolleg*innen vom Städtischen Klinikum seit 5 Uhr morgens streikte und zur Menschenkette gekommen war, betonte die Bedeutung des Öffentlichen Dienstes für die Daseinsvorsorge und den freien Zugang aller zu den kommunalen Diensten. Sie sagte zur Situation in der Krankenpflege: “Nicht der Streik zwingt die Pflegekräfte, immer weniger Zeit für die Patient*innen zu haben – der Verkauf unseres Gesundheitswesens an ein neoliberales System, das Profit aus Kranken schlagen will, tut das.”

“Danke für eure Arbeit, danke euren Mut zu streiken”, so Michel Brandt. Zur Forderung nach 4,8% mehr Gehalt, sagt Brandt an die Streikenden gerichtet: “Ich denke, wir sind uns da alle einig. Dies ist ein entgegenkommendes, krisenbedingtes Angebot ver.di´s an die Arbeitgeber*innen im öffentlichen Dienst. Nach überstandener Pandemie muss da bedeutend mehr kommen. Das inzwischen Jahrzehnte andauernde Kaputtsparen des öffentlichen Dienstes muss dann endlich ein Ende haben.” Abschließend betont der Karlsruher MdB: “Zum Schluss noch was zur Unverantwortlichkeit der Streiks aufgrund der pandemischen Lage und erneut stark ansteigender Corona Fallzahlen. Ja es ist unverantwortlich, in dieser Situation kein Angebot vorzulegen, aber eine von ver.di vorgeschlagene Vertagung der Tarifkämpfe abzulehnen. Ja, es ist unverantwortlich den Niedriglohnsektor über Jahre hinweg auszubauen. Es ist unverantwortlich, die flächendeckende Gesundheitsversorgung für alle zu gefährden, und es ist auch unverantwortlich, Krisenzustände zum Ausspielen einzelner Bevölkerungsgruppen zu benutzen. Was also verantwortungsvolles Handeln angeht, sollte sich die Arbeitgeberseite, die vielen Arbeitnehmer*innen im öffentlichen Dienst und deren tagtäglichen Einsatz zur Bewältigung der Corona- Krise zum Vorbild nehmen.”