Frauen zum Schweigen gebracht!

26. November 2019  Allgemein

Pro Stunde werden weltweit sechs Frauen von Lebenspartnern oder Familienmitgliedern ermordet, in Deutschland an jedem dritten Tag eine (141 vollendete und etwa 360 versuchte Tötungen gab es im Jahr 2017). Den Gewalttaten gehen meistens Jahren der #Unterdrückung und Gewaltausübung innerhalb der Partnerschaft voraus.
Unsere Kreissprecherin Serena Schmidt macht am Internationalen Tag zur Beseitigung der Gewalt gegen Frauen darauf aufmerksam, dass Femizide (geschlechtsbezogene Tötung von Frauen) und andere Formen von Gewalt gegen Frauen auch in Deutschland ein massives gesellschaftliches Problem darstellen: Fast 139.000 Frauen wurden 2017 Opfer von Delikten wie Stalking, sexuelle Nötigung, Vergewaltigung, Bedrohung, Zuhälterei, Zwangsprostitution, Körperverletzung, Mord und Totschlag (Quelle: BKA). Gewalt geschieht oft im Zusammenhang mit einer Trennung. In den sozialen Medien sind neue Räume für Gewalt entstanden. Viele Frauen schweigen, aus Angst, aus finanzieller Abhängigkeit, wegen der Kinder, aus Scham. Medien verharmlosen Gewaltdelikte gegen Frauen oft als „Familiendrama“.
Die Fraktion DIE LINKE. im Bundestag fordert, die von der EU geforderten Maßnahmen für mehr Schutz von Frauen und Prävention gegen Gewalt vollständig anzuerkennen und zügig umzusetzen!
Dazu gehört, geflüchteten Frauen eine Aufenthaltsgenehmigung zu erteilen, wenn diese Opfer von häuslicher Gewalt geworden sind. Bislang weigert sich Deutschland, den entsprechenden Artikel 59 der Istanbuler Konvention (zum Schutz von Menschen vor geschlechtsbezogener Gewalt) anzuerkennen!
Dazu gehört auch, mehr und besser abgesicherte Frauenhäuser einzurichten. Auch in Karlsruhe und Umgebung besteht hier Bedarf!
In das erst kürzlich verabschiedete Opferentschädigungsgesetz muss die Berücksichtigung der besonderen Lebenssituation von Opfern häuslicher Gewalt eingearbeitet werden.
In vielen Ländern der Welt protestieren Frauen dieser Tage gegen Gewalt an Frauen. 100.000 gingen am 23.11.2019 allein in Paris auf die Straße. In Italien hat die Regierung nach Protesten von Frauen härtere Strafen für Täter beschlossen, die mit ihrem Opfer in einer vertrauensvollen Beziehung standen.