Internationaler Frauentag: NGG fordert Lohngerechtigkeit ein

08. März 2018  Allgemein

In ihrer Pressemitteilung zum Internationalen Frauentag fordert die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten die Lohngerechtigkeit für Frauen und kritisiert, dass Frauen in Deutschland 21 Prozent weniger verdienen als Männer. Zudem sind Teilzeit und Niedriglohn in Karlsruhe und Karlsruhe-Land weiblich: Von den 47.600 Teilzeit-Stellen in Karlsruhe sind 79 Prozent mit Frauen besetzt, im Landkreis liegt der Frauenanteil bei den 39.700 Stellen bei 81 Prozent. Hier Auszüge aus der Pressemitteilung vom 05.03.:

Elwis Capece, Geschäftsführer der NGG Mittelbaden-Nordschwarzwald, spricht von einer „Karrierefalle“: Gerade in Hotels, Restaurants und Bäckereien seien Minijobs und TeilzeitVerträge stark verbreitet. „Die Kellnerin in Vollzeit ist die Ausnahme“, so Capece. Wer jedoch 20 oder 25 Stunden arbeite, habe es beim beruflichen Aufstieg deutlich schwerer. Das gehe aus einer Studie der Hans-Böckler-Stiftung hervor. Danach sind für Teilzeit-Beschäftigte auch Gehaltszuwächse und Beförderungen seltener.
„Bei der Bezahlung stehen Frauen allgemein weiterhin deutlich schlechter da als Männer“,
kritisiert Capece. So verdienten Frauen in Deutschland zuletzt 21 Prozent weniger als
Männer. Das hat das Statistische Bundesamt ermittelt. Im EU-Durchschnitt lag der so
genannte „Gender Pay Gap“ dagegen lediglich bei 16 Prozent. „Es kann nicht sein, dass
Paula nur deshalb auf bis zu mehrere Hundert Euro pro Monat verzichten muss, weil sie
nicht Paul heißt“, kritisiert Capece.
Zwar gebe es für Frauen … seit diesem Jahr erstmals einen Rechtsanspruch darauf zu erfahren, was ein männlicher Kollege in ähnlicher Position verdient. Doch das Lohntransparenzgesetz gilt lediglich in Betrieben mit mehr als 200 Beschäftigten. „Davon hat kaum eine Köchin oder Bäckereifachverkäuferin im Kleinbetrieb etwas“ …
Sollte die Politik nicht deutlich mehr gegen die Lohnungerechtigkeit unternehmen, dürfte sich nach Einschätzung der NGG auch die Altersarmut für Frauen … verschärfen. „Geringere Löhne und kürzere Arbeitszeiten sorgen für magere Renten. Außerdem tragen Erziehungs- und Pflegezeiten dazu bei, dass nur wenige Rentenpunkte zusammenkommen“, erklärt Elwis Capece.
In einer aktuellen Studie beziffert das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) die „weibliche Rentenlücke“ in den alten Bundesländern auf 42 Prozent. Ein Rentner erhält demnach Bezüge von durchschnittlich 994 Euro im Monat. Eine Rentnerin kommt dagegen nur auf 576 Euro. Capece: „Am Ende ist das auch für den Staat eine teure Sache. Die öffentliche Hand muss dann Armutsrenten durch Grundsicherung im Alter und Zuschüsse fürs Wohnen aufbessern.“ …