Lehrer*innenmangel stoppen!

23. September 2020  Allgemein

Viele Schulen in Baden-Württemberg sind letzte Woche mit einem gravierenden Lehrer*innenmangel ins neue Schuljahr gestartet. Insbesondere an den Grundschulen fehlen Lehrer*innen, weshalb vielerorts nur ein reduzierter Unterricht möglich ist. Bernhard Strasdeit, Mitglied im geschäftsführenden Landesvorstand der LINKEN in Baden-Württemberg, erklärt dazu: „Nicht die Corona-Pandemie, sondern die verfehlte Bildungspolitik der Landesregierung ist schuld an dem akuten Lehrer*innenmangel. Seit Jahren zeichnet sich ab, dass es nicht genug Bewerber*innen für das Grundschullehramt gibt. Das Kultusministerium hatte mehr als genug Zeit darauf zu reagieren. Die Landesregierung hat es völlig verschlafen, den Grundschullehramtsberuf attraktiver zu machen.“Nadia Slim, Mitglied im Landesvorstand der LINKEN in Baden-Württemberg, erläutert dazu: „Gerade im Grundschullehramt gibt es hohe Abbrecher-Quoten. Dieser Zustand muss verändert werden. Dabei hat das Land viele Möglichkeiten, die Studienbedingungen für Lehramtsstudierende und die Arbeitsbedingungen für Lehrkräfte zu verbessern. Die Grundschullehrerinnen und – lehrer müssen endlich gleichgestellt werden und entsprechend nach Besoldungsgruppe A 13 bezahlt werden. Da der Beruf vor allem von Frauen ausgeübt wird, ist das auch eine Frage der Geschlechtergerechtigkeit. Um den steigenden Bedarf an Lehrkräften an Grundschulen zu decken, braucht es einen bedarfsgerechten Ausbau der Studienplätze, mehr Praxisbezug und eine Verlängerung des Studiums auf zehn Semester.“

Bernhard Strasdeit ergänzt: „Um guten Schulunterricht unter Coronabedingungen zu ermöglichen, brauchen wir dringend mehr Lehrerinnen und Lehrer. Es reicht nicht aus, nur über die mangelhafte digitale Ausstattung der Schulen zu reden, wie auf dem Schulgipfel im Kanzleramt diese Woche. Die Ad-Hoc-Digitalisierung der Schulen führt zu einer Verschärfung von Ungleichheit im Bildungswesen. Diese kann nur mit mehr Personal aufgefangen werden.“