LINKEN-Stadtrat Lukas Bimmerle kritisiert geplante Abschaffung der Stempelkarten durch KVV

30. November 2021  Allgemein, Gemeinderat

Einen Monat vor Inkrafttretung wurde die Öffentlichkeit über die Pläne des KVV informiert, die Stempelfahrkarten abzuschaffen.

Lukas Bimmerle, Stadtrat von DIE LINKE, kritisiert die KVV:

„Dies reiht sich ein in eine Reihe von Maßnahmen des KVV in den letzten Monaten, die die Attraktivität des ÖPNV massiv schmälern, das Image des ÖPNV schmälern und das Vertrauen der Menschen reduziert: die Preiserhöhungen im August gehören dazu genauso wie jetzt die Abschaffung der Stempelfahrkarten. Die massive Kritik vieler gesellschaftlichen Gruppen z.B. älteren Menschen und vieler Familien, für die das Entwerten wichtig war, um sich im ÖPNV zurechtzufinden, zeigt deutlich, wie wichtig das Entwerten war.

Die Fraktion DIE LINKE ist daher gegen die geplante Abschaffung der Stempelkarten. Aus Sicht der Fraktion hat sich das System der Stempelfahrkarten in Kombination mit Fahrkarten zum direkten Fahrtantritt bewährt. Wieso also abschaffen, fragt sich DIE LINKE?

„DIE KVV folgt mal wieder dem Mantra der Kostenreduzierung und vergisst dabei völlig, dass Komfort und Kundenfreundlichkeit entscheidend für den ÖPNV sind. Bereits beim Wegfall von Karten wie dem 4er Ticket hat sich gezeigt, dass es eine Diskrepanz zwischen der Realität des KVV und der der Menschen gibt. Die Abschaffung des Entwertens von Tickets stößt noch mehr Menschen weg vom ÖPNV. Dies ist unverständlich. Der entstandene Imageschaden, mitsamt weniger Nutzer*innen, kostet sicherlich mehr als die erzielbaren Einsparungen. Die Geschäftsführung und der Aufsichtsrat der KVV sollten jetzt nochmal innehalten und diese Entscheidung überdenken. Fehlentscheidungen einzugestehen ist kein Zeichen von Schwäche, sondern von Stärke. Das würde sicherlich viele Wogen glätten und den entstandenen Schaden eindämmen. Wir bleiben als LINKE dabei: Wir müssen in unseren ÖPNV investieren statt immer mehr Service abzubauen oder die Preise zu erhöhen. Wenn wir wirklich wollen, dass die Menschen ihr Auto stehen lassen, dann geht das in die völlig falsche Richtung.“, so Lukas Bimmerle.