Mahnwache gegen Abschiebungen in Karlsruhe

Die Abschiebung von 98 abgelehnten AsylbewerberInnen stieß in der Nacht vom 1. auf den 2. Juni 2015 auf den gewaltfreien Widerstand von FlüchtlingsaktivistInnen.

Sowohl vor der Landeserstaufnahmeeinrichtung (LEA) in Karlsruhe als auch auf dem Baden-Airport protestierten 60 AktivistInnen mit Sitzblockaden gegen das Vorgehen der Behörden. Ein Drittel der abgeschobenen Menschen waren Kinder.

Michel Brandt, ein Organisator der Mahnwache und Mitglied der LINKEN, begründet die Notwendigkeit des Protestes: „Es ist nicht hinzunehmen,  dass ohne Vorwarnung nachts Menschen gegen ihren Willen auf eigene Kosten abgeschoben werden. Sie müssen mit weniger als vorher zurück in ihre Heimatländer. Bei einer ähnlichen Aktion eine Woche zuvor wurden mehrere Familien getrennt, da Teile der Familien nicht aufzufinden waren. Deutschland war im Kosovo  an einem Kriegseinsatz beteiligt, jetzt müssen wir auch die Verantwortung für die Folgen übernehmen. Menschen aufzunehmen, die in ihrem Land diskriminiert werden und keine Perspektive haben, ist die logische Konsequenz.“

Kreissprecher Jürgen Creutzmann protestierte im Namen des Karlsruher Kreisverbandes DIE LINKE gegen die erneuten Abschiebungen: „Es kann doch nicht sein, dass Familien dorthin abgeschoben werden, wo sie ohne Schutz durch Polizei oder Justiz als Angehörige einer Minderheit mit Übergriffen rechnen müssen.“