Mindestlohn reicht nicht zum Leben und führt zur Altersarmut – 13 Euro müssen sofort her!

24. Juli 2020  Allgemein

In Baden-Württemberg verdienen 1,2 Millionen Beschäftigte weniger als Euro brutto in der Stunde. DIE LINKE im Bundestag hatte dazu die Daten vom Statistischen Bundesamt angefordert. Für Baden-Württemberg bedeutet das, dass ein Viertel der abhängig Beschäftigten mit einem Stundenlohn unter zwölf Euro brutto kaum das Geld zum Leben hat und schon heute von Altersarmut bedroht sind. Sichergestellt werden muss, dass niemand im Alter unter 1.050 Euro im Monat leben muss. Dazu reicht die Forderung von Minister Heil (SPD) nach zwölf Euro nicht mehr aus, vielmehr müsste der Mindestlohn mittlerweile auf dreizehn Euro steigen. Aktuell beträgt der Mindestlohn 9,35 Euro. Der Durchschnittsverdienst in Baden-Württemberg lag bei 20,68 Euro.

Die Empfehlung der Mindeslohnkommission lautet: 1.01.2021 = Mindestlohn 9,50 Euro, 1.07.2021 = 9,60, 1.1.2022 = 9,82, 1.7.2022 = 10,45. Bei diesen Schritten würden erst 2033 zwölf Euro erreicht werden.

Keine Pflegefachkraft und keine Erzieherin beziehungsweise kein Erzieher soll unter 3000 Euro brutto im Monat verdienen. Die Löhne in der Gastronomie, dem Reinigungsgewerbe und dem Garten- und Landschaftsbau müssen deutlich erhöht werden (in Baden-Württemberg liegen sie zwischen 8-9 Euro unter dem Durchschnittlsohn). Generell gehören Lohndumping und Leiharbeit abgeschafft.