Presseerklärung zum ALTENHEIM Bretten

06. Juni 2017  Wahlkreis Bretten
Zu den Plänen der Stadt Bretten und des Caritas-Verbandes, das Katholische Altenheim
auf das Mellert-Fibron-Gelände zu verlagern, erklärt Heinz-Peter-Schwertges,
Kandidat der LINKEN zur OB-Wahl: “Senioren brauchen an ihrem Lebensabend eine vertraute Umgebung und soziale Kontakte. Beides ist am bisherigen Standort des Katholischen Altenheims in der Apothekergasse und damit im Zentrum der Stadt gewährleistet. Flächen für eine notwendige Erweiterung wären in unmittelbarer Nachbarschaft im westlichen Bereich des Sporgassen-Areals vorhanden.

Dagegen würden die Bewohner des Altenheims bei einer Verlegung der
Einrichtung auf das Mellert-Fibron-Areal an den Rand der Stadt gedrängt. Zwar
befinden sich hier mit zwei Stadtbahnhaltestellen und dem Kraichgau-Center
gute Verkehrsanbindungen und Einkaufsmöglichkeiten, die eine allgemeine
Wohnnutzung – wie von der Brettener LINKEN seit langem gefordert – sinnvoll
machen würde. Die jetzt bekannt gewordenen Pläne aber laufen auf die
Schaffung eines isolierten „Alten-Ghettos“ zwischen Gewerbe-Immobilien hinaus,
die gerade den Bedürfnissen von Senioren nach sozialer Integration in einer
vertrauten Umgebung widersprechen. Einen ähnlichen Fehler hat man bereits bei
der Planung des neuen Evangelischen Altenheimes auf der anderen Seite der
Bahnlinie gemacht. Außerdem stehen die Verlagerungspläne in krassem
Widerspruch zu der von OB Wolff immer wieder vollmundig propagierten
„Stärkung der Innenstadt“. Die Verlagerung des Altenheims mit seinen
Bewohnern, Mitarbeitern und Besuchern aus der Innenstadt an den Stadtrand
würde die Frequenz und Bedeutung der Innenstadt weiter schwächen. Dies gilt
auch für die geplante Verlagerung der Diakonie und der ev. Abrechnungsstelle
aus dem Innenstadtbereich auf das Mellert-Fibron-Gelände.
All dies zeigt die himmelschreienden Widersprüche, die sich bei der städtischen
Grundstückspolitik auftun. Nachdem 2014/2015 noch die Rede davon war, dass
ganze Scharen von Investoren für das Mellert-Fibron-Gelände bereitstehen (u.a.
Hotel, Firma Schrauben-Würth, Gartencenter, usw.) und sich all dies als blamable
Luftblase erwies, versuchen die Stadt und die stadteigene Kommunalbau GmbH
nun, auf Teufel komm raus die Flächen irgendwie zu vermarkten. Die Folgen, z.B.
für Bewohner und Mitarbeiter des Altenheims und für die Situation der Innenstadt
sind dabei egal. Welche Rolle bei diesem „Wanderzirkus“ die Firma SÜDBAU als
Investor spielt und wie sich deren Geschäftsbeziehungen zur Städtischen
Kommunalbau gestalten, wäre einmal eine genauere Betrachtung wert.