Wahlprüfsteine des Lebenshilfe e.V. an die LINKE zur Kommunalwahl

ÖPNV

Was werden Sie tun, um eine ungehinderte Nutzung von Straßenbahnen und Bussen für alle Menschen in Karlsruhe zu ermöglichen?

Wir wollen, dass Busse, Bahnen und Haltestellen so schnell wie möglich vollständig mit barrierefreien Einstiegen und modernen Signalen für Menschen mit Seh- oder Hörbehinderungen ausgestattet werden. Bei den unterirdischen Haltestellen in der Karlsruher Innenstadt werden wir sehr genau hinschauen, ob sie wirklich so behindertenfreundlich werden wie versprochen. Ob zum Beispiel die Aufzüge zuverlässig funktionieren und in ausreichender Zahl zur Verfügung stehen und ob für die Orientierung von Menschen mit Behinderungen (z. B. Sehbehinderung) in den unterirdischen Anlagen genügend getan wurde.

Verkehr

Werden Sie dafür sorgen, dass Gehwege und Plätze mit einem stolperfreien Pflaster ausgestattet werden?

Werden Sie sich für die Verlängerung der Schaltung aller Fußgängerampeln einsetzen, um die Überquerung von Straßen für alle Menschen sicher zu machen sowie für eine flächendeckende Ausstattung aller Fußgängerüberwege mit einer Blindenampel?

 

Eigentlich sollte es selbstverständlich sein, dass die Fachleute in der Stadtverwaltung die Stadt barrierefrei planen und bauen! Leider ist das heute noch nicht der Fall. Daher wird DIE LINKE im Gemeinderat, in Zusammenarbeit mit dem Beirat für Menschen mit Behinderungen und bei vielen anderen Gelegenheit Druck machen, damit es mit dem Umdenken auf allen Ebenen schneller geht.

Insgesamt fordern wir, dass es in der Stadt mehr Sicherheit und mehr Lebensqualität für die „langsameren“ Verkehrsteilnehmer gibt, also für Menschen mit Kinder- oder Gehwagen, für Menschen mit Behinderungen, für ältere Menschen und Kinder. Sie brauchen Platz und Zeit, um Straßen sicher zu überqueren. Blindenampeln und Fußgängerampeln mit ausreichend „Grün“-Zeiten sollten überall in der Stadt selbstverständlich sein.

 

Staatstheater

Worauf werden Sie beim Umbau des Staatstheaters in Hinblick auf die Barrierefreiheit besonders achten?

 

DIE LINKE wird darauf achten, dass die Stadt ihre Chance nutzt, ein öffentliches Gebäude richtig barrierefrei umzubauen! In jeder Planungs- und Bauphase müssen Menschen mit Behinderungen als Experten hinzugezogen werden. Zu einer barrierefreien Ausstattung gehören: Gute und ausreichende Plätze für Rollstuhlfahrerinnen und -fahrer sowie ihre Begleitungen; Behindertenparkplätze, barrierefreie Ein- und Zugänge sowie barrierefreie Sanitäranlagen im ganzen Haus. Die Veranstaltungen sollten selbstverständlich von Gebärdendolmetschern übersetzt werden, Menschen mit Hörbehinderung sollten eine induktive Höranlage nutzen können. Für blinde und sehbehinderte Menschen ist eine Audiodeskriptionsanlage einzubauen, die mittels Kopfhörern von jedem beliebigen Platz aus nutzbar ist. Sie sollte auch Hilfen zur Orientierung im Gebäude bieten. Auch Blindenhunde sollten im neuen Staatstheater ihre Plätze haben!

Wenn das Theater richtig barrierefrei ist, können und sollten dort auch mehr Veranstaltungen mit behinderten Menschen als Akteuren stattfinden.

KSC-Stadion

Wofür werden Sie sich bei einem Um- oder Neubau des Wildparkstadions in Hinblick auf die Nutzbarkeit von Fans mit Behinderung besonders einsetzen?

 

Was für das Staatstheater gilt, gilt auch für das Stadion: Wir wollen, dass Fans mit Behinderungen bei den Planungen zum Umbau selbstverständlich und kontinuierlich einbezogen werden und dass die modernen Hilfen für Menschen mit Behinderungen zum Einsatz kommen. Park- und Anfahrtsmöglichkeiten ebenso wie die Sanitäranlagen müssen selbstverständlich barrierefrei sein. Fans mit Behinderungen sollten ebenso wie andere Fans Plätze in verschiedenen Bereichen wählen können. Zum Beispiel Rolli-Plätze direkt am Spielfeld-Rand. Die sind sehr beliebt und wir möchten, dass sie bleiben.

Wohnraum

Wie wollen Sie den Bau von bezahlbarem und barrierefreiem Wohnraum in Karlsruhe fördern?

 

Wir fordern, dass die Stadt Karlsruhe jedes Jahr mindestens 500 Wohnungen mit niedrigen Mieten erstellt, solange bis der Bedarf gedeckt ist. Ein Teil dieser Wohnungen soll barrierefrei ausgestattet sein. Bei Umbauten oder Neuplanungen wollen wir, dass Barrieren abgebaut und vermieden werden – das Recht auf Mobilität und Lebensqualität aller Menschen geht für uns vor Denkmalschutz-Ansprüchen.

 

Wahlprüfstein Politische Kultur

Was liegt Ihnen bei der Umsetzung von Inklusion in Karlsruhe besonders am Herzen?

Wie möchten Sie dafür sorgen, dass Ihre Politik auch von Menschen mit Lernbehinderung bzw. geistiger Behinderung verstanden wird?

 

DIE LINKE setzt sich dafür ein, dass das Menschenrecht auf Inklusion endlich umgesetzt wird. Leider wollen die meisten anderen Parteien nicht genügend Geld dafür bereitstellen wollen. Wir fordern, die Zuschüsse zum Karlsruher Flughafen zu streichen und kein Profi-Fußballstadion aus Steuergeldern zu finanzieren – dann wären einige Millionen da, mit denen schon mal einige Maßnahmen der Inklusion verwirklicht werden könnten.

Zur vollen Teilhabe am gesellschaftlichen Leben gehört auch das aktive Politik-Machen! In der LINKEN sind viele Menschen mit Behinderung organisiert. Sie setzen neue Maßstäbe, was eine verständliche Sprache in der Politik betrifft. Wir wünschen uns, dass auch in Karlsruhe Menschen mehr mit Behinderungen in DIE LINKE und in den Gemeinderat kommen!