Hans Modrow: Wir müssen alle “Cuba Si” sein

03. November 2015  Allgemein, Karlsruhe, Karlsruhe-Umland
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Hans Modrow, Volker Hermsdorf, Elwis Capece (von re.)

Zu einer Veranstaltung über Kuba im Rahmen der Buchvorstellung: „Amboss oder Hammer – Gespräche über Kuba“ lud am 02.11.15 die Freundschaftsgesellschaft BRD-KUBA Regionalgruppe Karlsruhe. Unterstützt wurde die Veranstaltung vom Kreisverband der Partei DIE LINKE Karlsruhe und von der Karlsruher DKP.

Vor der eigentlichen Buchvorstellung statteten die beiden Autoren Hans Modrow (Vorsitzender des Ältestenrates der Partei DIE LINKE) und Volker Hermsdorf (Journalist für die junge Welt und Autor der Zeitschrift Cuba Libre) einen Besuch im Karlsruher Büro der Partei DIE LINKE und Wahlkreisbüro von Karin Binder (MdB) in Karlsruhe ab. Sie wurden Jürgen Creutzmann (Kreisrat Lkr. Karlsruhe) zur politischen Situation auf Kuba interviewt. An diesem Gespräch nahm ebenfalls der Regionalgruppenleiter der FG BRD-Kuba Karlsruhe Roland Armbruster teil.

Auf die Frage, was man im Hinblick auf die deutsch-deutsche Geschichte in Bezug auf auf Kuba lernen könne, wies Modrow auf die jahrzehntelange Solidarität mit den Menschen Kubas seitens der LINKEN Arbeitsgemeinschaft Cuba Si hin. Diese rief 1991 bspw. mittels der Aktion „Milch für Kubas Kinder“ zunächst eine Spendensammlung ins Leben, um Milchpulver nach Kuba zu schicken und ein Jahr später wurde ein Projekt entwickelt, um eine unabhängige Milchproduktion auf der Insel zu ermöglichen. Diese Form der gelebten Solidarität gelte es weiter auszubauen. Hermsdorf ergänzt, dass diese jedoch immer auf Augenhöhe stattfinden müsse.

Bei der Fragestellung, wie das imperialistische Handeln der USA und das der EU Kuba beeinflusse, wurde darauf hingewiesen, dass Obama klar einen Systemwechsel hin zu einem künftigen kapitalistischen Produktionsweise Kubas fordere und dass der rechte ehm. Ministerpräsident Spaniens Aznar ebenfalls dafür eingetreten sei.  Während die USA und die EU demzufolge nur unter der imperialistischen Zwangsandrohung „Ihr müsst euch ändern…“ gleichberechtigt verhandeln wollten, forderte die sozialistische Staatsführung Kubas lediglich die Freilassung eigener politischer Gefangener.

Auf die klassische Frage „Was tun?“ antworteten die Schriftsteller, dass sich linke Parteien und Organisationen heute noch stärker engagieren sollten, um eine internationale Solidarität mit den Menschen auf Kuba zu leben. Das schon bestehende Netzwerk, in dem neben der FG BRD-Kuba auch die AG Cuba Si der Partei DIE LINKE vertreten ist, sei ebenfalls noch auszubauen.

Modrow fasst resümierend zusammen: „Wir alle müssen Cuba Si sein“.

2015-11-02-Modrow-BuchtitelBei der anschließenden Buchvorstellung mit Diskussion folgten über 60 Interessierte dem erkenntnisreichen Gespräch Modrows, der seit über 45 Jahren in enge Kontakte zu den politisch Verantwortlichen und zur Bevölkerung Kubas pflegt mit Hermsdorf, der sowohl in Hamburg als auch auf Kuba lebt. Außerdem beteiligten sich die Zuhörenden aktiv an der lebendigen Diskussionsrunde. Moderiert wurde die Veranstaltung von Roland Armbruster und Elwis Capece (Landesvorstand der Partei DIE LINKE Baden-Württemberg, Geschäftsführer der Gewerkschaft NGG). Buchtipp: Hermsdorf, Volker und Modrow, Hans: Amboss oder Hammer – Gespräche über Kuba, Verlag Wiljo Heinen, Berlin und Böklund, 2015.